Alleinerziehende fordern Unterstützung

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Mutter und Vater, die in liebevoller Eintracht miteinander leben und mit warmer Herzlichkeit ihre Kinder großziehen – das ist die allgemeine Vorstellung vom idealen Familienbild. Heutzutage sieht die Realität allerdings immer häufiger anders aus: Alleinerziehende Mütter und Väter kämpfen sich durch ihren schwierigen Alltag und fordern mehr Unterstützung.

Alleinerziehende und ihre Probleme im Alltag

Wer selber in einer intakten Familie groß geworden ist und das traditionelle Bild von Mutter, Vater und Kind leben kann, verschwendet im ersten Moment kaum Gedanken an jene Probleme, denen Alleinerziehende in ihrem Alltag gegenüberstehen. Daher erscheint es im ersten Moment verwunderlich, dass Alleinerziehende mehr Unterstützung fordern. Wir werden die Schwierigkeiten, denen alleinerziehende Mütter und Väter gegenüberstehen kurz umreißen, damit sich jeder selbst ein Bild darüber machen kann, dass die Forderung nach mehr Unterstützung durchaus gerechtfertigt ist.

Wenn der Partner die Familie verlässt, stürzt der Alleingelassene natürlich erst einmal in ein großes, emotionales Loch. Plötzlich lasten alle Sorgen das Alltags – die Finanzen, die Erziehung der Kinder und vieles mehr – allein auf seinen Schultern. Alleinerziehenden Müttern und Vätern bleibt oft keine Zeit, sich dem ersten Schmerz hinzugeben, denn das Leben läuft wie gewohnt weiter und nimmt keinerlei Rücksicht auf ihre emotionale Lage.

Verschärft wird die Situation durch den Wegfall eines Einkommens. Wird beispielsweise eine junge Mutter, die zurzeit mit der Versorgung eines Kleinkinds beschäftigt ist, verlassen, kann ihre Lage im ersten Moment ziemlich hoffnungslos erscheinen: Sie arbeitet zurzeit nicht, hat nur das Kindergeld und vielleicht ein wenig Elterngeld zur freien Verfügung und muss um Unterhalt vom Partner erst einmal kämpfen. Die Folgen dieser Notlage können weitreichend sein: Unter Umständen ist sie dazu gezwungen, sich eine kleinere Wohnung und eine billige Kinderbetreuung zu suchen, um keine Mietschulden zu machen und selber wieder arbeiten gehen zu können.

All diese Probleme gilt es zu bewältigen – allerdings diesmal im Alleingang, denn der einstmals geliebte Partner ist nun endgültig fort.

Alleinerziehende fordern Unterstützung durch bessere Kinderbetreuung

Wenn man sich die Liste potentieller Kinderbetreuungsmöglichkeiten einmal ansieht, könnte die Frage aufkommen, ob es bei dieser Auswahl an verschiedenen Lösungen tatsächlich zu Schwierigkeiten und Betreuungsengpässen kommen kann.

Potentielle Wege der Kinderbetreuung sind:

  • Verwandte (Eltern, die bereits in Rente sind)
  • Au-pairs
  • Babysitter
  • Tagesmütter
  • Kindergärten
  • Horte
  • Kindertagesstätten
  • Kinderkrippen

Die Liste der Möglichkeiten ist zwar groß, weist aber dennoch ihre Tücken auf: So können nicht alle Mütter und Väter auf die Hilfe von Eltern, die bereits in Rente sind, zurückgreifen. Je nachdem, wie alt die Omas und Opas sind, gehen diese entweder selber noch ihrem Beruf nach oder fühlen sich der Betreuung von Kleinkindern nicht mehr gewachsen. Alleinerziehende haben es in dieser Situation übrigens manchmal sogar noch schwerer als zusammenlebende Eltern, denn allzu häufig kommt es leider vor, dass sich die Eltern des Partners, welcher sich getrennt hat, auch noch zurückziehen. Nach Unterstützung suchen sie dann leider vergebens.

Dann bleibt den Eltern und den Alleinerziehenden nichts anderes mehr übrig, als ihre Kinder in die Hände professioneller Betreuer zu geben. Leider sind die verfügbaren Plätze in Kindergärten und bei Tagesmüttern je nach Wohngebiet mehr als rar gesät, so dass niemand zu 100% davon ausgehen kann, für seine Kinder eine Betreuungsmöglichkeit zu finden. Diese Knappheit an Betreuungsplätzen macht vor allem Alleinerziehenden schwer zu schaffen – denn auf der einen Seite müssen sie arbeiten gehen, um sich und ihren Kindern ein Auskommen zu verschaffen, auf der anderen Seite bleiben ihnen die verhofften Plätze oft verwehrt.

Ein weiterer Punkt, in dem Alleinerziehende Unterstützung fordern, sind die Zeiten der Kinderbetreuung. Gerade kleine Einrichtungen in Dörfern öffnen ihre Türen nur während einer sehr begrenzten Zeit des Tages – beispielsweise von 7.00 bis 14.00 Uhr. Wenn man das Hinbringen und Abholen des Kindes, sowie die mögliche Fahrzeit zur Arbeitsstelle mit einrechnet, wird einem schnell klar, dass Alleinerziehende, denen lediglich dieses Zeitfenster für die Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung steht, keine Ganztagsstelle annehmen können.

Darüber hinaus kostet die Betreuung von Kindern in städtischen Einrichtungen oder in privater Atmosphäre Geld. Alleinerziehende, die ihren Nachwuchs betreuen lassen müssen, um arbeiten gehen zu können, müssen daher möglichst billige Varianten wählen, damit vom Gehalt auch nach Abzug der Betreuungskosten etwas übrig bleibt. Je nach Art des ausgeübten Berufes fallen teure Betreuungsmöglichkeiten – wie ein Au-pair, welches mit im eigenen Haushalt lebt – für Alleinerziehende komplett weg.

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