Kinder und Medien

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Kinder und Medien – dieses Thema ist wahrlich ein Zankapfel unter Pädagogen, Wissenschaftlern und Eltern. Zuviel Medienkonsum ist natürlich nicht gut – darüber sind sich sowohl Experten als auch Laien einig! Doch wo fängt das „Zuviel“ überhaupt an? Allein auf diese Frage wird man mindestens fünf verschiedene Antworten erhalten. Wir haben uns die vier wichtigsten Medien im Alltag von Familien mit Kindern einmal vorgenommen und versuchen, interessierten Eltern im nun folgenden Artikel einige praktische Tipps in Bezug auf den Umgang ihrer Kinder mit Medien zu geben, damit sie ihrem Nachwuchs die wichtige Eigenschaft „Medienkompetenz“ vermitteln können.

Kinder und Medien: Fernsehkonsum – ein Thema, welches polarisiert

Er ist in jedem Haushalt mindestens einmal vertreten und wird von großen wie von kleinen Fans häufig und gerne genutzt: der Fernseher. Kaum ein anderes Gerät aus dem Bereich „Medien“ wird so oft und so heiß diskutiert wie er. Dabei treffen oftmals Welten aufeinander: Von der Meinung jener Mütter und Väter, die ihre Kinder so lange wie möglich vom TV fernhalten und sogar später auf einen möglichst geringen Konsum achten, über die Ansichten jener Eltern, die ihren Kindern das Anschauen „pädagogisch wertvoller“ Sendungen erlauben, bis hin zu den Erziehungsberechtigten, die diesem Medium mit einer simplen „Laissez-faire“-Haltung gegenüberstehen.

Fakt ist, dass jeder Konsum, dessen Häufigkeit und Dauer stetig zunimmt und kein Ende mehr findet, Kindern (aber auch Erwachsenen!) irgendwann zu schaden beginnt. Daher soll und darf der Fernseher in der Erziehung niemals den Part des „elektronischen Babysitters“, vor welchem die Kinder „geparkt“ werden, übernehmen, damit Mutter und Vater sich anderen Dingen widmen können. Ein komplettes Verbot des Fernsehens führt jedoch auch nicht zum gewünschten Ziel, denn wie bekannt ist, üben gerade die verbotenen Dinge des Lebens einen besonderen Reiz auf unseren Nachwuchs aus und verführen zu „heimlichen Aktionen“.

Wie sollen besorgte Mütter und Väter überhaupt mit dem Medium Fernsehen in ihrer Erziehung umgehen? Wichtig ist, dass sie ihr Erziehungskonzept dem jeweiligen Alter des Kindes anpassen: Natürlich braucht ein 6 Monate altes Baby noch keinen Fernseher, um gut unterhalten zu sein. Irgendwann wird sich das Interesse des Kindes jedoch auf die „bunte Flimmerkiste“ richten (je höher der Konsum der Eltern ist, desto eher wird dieser Zeitpunkt eintreten), so dass Mutter und Vater von nun an in der Pflicht sind, ihrem Nachwuchs einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesem Medium beizubringen.

Dazu gehört die Einteilung eines gewissen Fernsehpensums, welches sich nach dem jeweiligen Alter des Kindes richtet. In dieser Zeit sollten die Eltern an der Seite des Kindes sein, um passende Inhalte (Sendungen oder Filme) auszuwählen und diese gemeinsam mit ihrem Kind zu schauen. Bei Bedarf kann eine interessante Serie sogar zum Ausgangspunkt einer kleinen, lehrreichen Diskussion zwischen den Eltern und ihrem Nachwuchs werden – beispielsweise dann, wenn sie mit dem Sprössling hinterher das Handeln der Figuren auf moralischer Ebene betrachten und bewerten.

Je älter die Kinder werden, desto lockerer können die Mütter und Väter die Zügel lassen. Sie müssen nicht mehr ständig neben ihren Kindern sitzen und jede halbe Stunde Fernsehkonsum sorgfältig planen und überwachen. Dennoch ist es nötig, die Grenzen nicht zu sehr auszuweiten und darauf zu achten, dass die Kinder neben dem Fernsehen auch noch anderen Aktivitäten nachgehen – wie beispielsweise diversen Sportarten oder gemeinsamen Ausflügen.

Computer und Internet – zwei Medien, die im Leben der Kinder stetig an Bedeutung gewinnen

Es lässt sich nicht leugnen: Der Computer und der Zugang zum Internet sind zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Kinder, die vor zwei Jahrzehnten noch in die Bibliothek gegangen wären, um sich auf ein Referat oder eine Klassenarbeit vorzubereiten, holen sich ihre Informationen heute aus dem Internet (gängigste Plattform zur Informationsbeschaffung: Wikipedia). Der Umgang mit dem Computer wird mitunter auch in der Schule thematisiert (Unterrichtsfach: Informatik), beziehungsweise sogar vorausgesetzt (an einigen weiterführenden Schulen hat es sich eingebürgert, dass Kinder ihre Hausaufgaben auf CD brennen müssen, um sie in der Schule abzugeben). Dies alles soll die Heranwachsenden auf die immense Bedeutung, welche der Computer und das Internet in der heutigen (Arbeits-)Welt haben, vorbereiten.

Aus diesem Grund ist es nicht nur praktisch, sondern praktisch notwendig, den eigenen Kindern den verantwortungsbewussten Umgang mit den Medien Computer und vor allem Internet schon im Alltag beizubringen. Glücklicherweise erwacht das kindliche Interesse am PC meist relativ früh, sind diese Geräte heutzutage doch in den meisten Haushalten vielfach vertreten und ein gängiges Medium des Alltags. Auch die Entwickler diverser Lernsoftware haben bereits erkannt, dass sogar Kleinkinder dazu in der Lage sind, elementare Funktionen des Gerätes (wie Bewegungen mit der Maus oder der Tastatur) zu erlernen und anzuwenden.

Altersgerecht designte Spiele für Vorschulkinder können sogar dabei helfen, folgende Bereiche der frühkindlichen Entwicklung zu stimulieren und zu fördern:

  • Logisches Denken
  • Motorik (Geschicklichkeit)
  • Kreativität
  • Strategisches Denken
  • Sachkompetenz
  • Fachkompetenz

Hierbei gilt jedoch: Eltern sollen den Umgang mit dem PC zwar in den Alltag der Kinder mit einbinden, um die Nutzung dieses Mediums selbstverständlich wirken zu lassen – die generelle Einführung in die Erziehung sollte jedoch gute 3 Jahre warten, damit der Nachwuchs lernt, sich auch mit „simplen“ Spielzeugen – wie Bauklötzen und Stofftieren – zu beschäftigen. Desweiteren sollte die Nutzung eines Computers, sowie der entsprechenden Lern- und Spielsoftware, in den ersten Jahren von den Eltern zeitlich begrenzt und stets begleitet werden, um ein „Überhandnehmen“ des Konsums zu vermeiden.

Besonders wichtig: Spätestens ab dem Ende der Grundschulzeit, wenn soziale Plattformen (wie Facebook) plötzlich interessant werden, müssen die Eltern ihre Kinder sorgfältig im Auge behalten! Es ist kontraproduktiv, die Nutzung dieser Plattformen gänzlich zu verbieten, weil dies den Nachwuchs in eine Außenseiterrolle drängen würde, dennoch muss der verantwortungsvolle Umgang (Medienkompetenz) ständig thematisiert und geübt werden. Dazu gehört auch das Vermitteln bestimmter Regeln, wie etwa „keine intimen Details oder peinliche Bilder öffentlich posten“. Dies ist ein immens wichtiger Punkt, denn was im Internet einmal veröffentlicht wurde, kann nur sehr schwer wieder von dort entfernt werden!

Der Umgang mit einem Handy

Schon in der Werbung diverser Kindersender werden Eltern mit verlockenden Angeboten über spezielle Handytarife für Kinder überhäuft, so dass der Eindruck entsteht, dass der Besitz des Mediums Handy (wenn nicht sogar eines modernen Smartphones) schon in jungen Jahren vollkommen normal ist. Ab einem gewissen Alter, einer entsprechenden Reife und unter bestimmten Voraussetzungen mag dies auch stimmen – grundsätzlich gesehen sollten Kinder jedoch bis zum Beginn eines neuen Lebensabschnitts auf einer weiterführenden Schule auf den Besitz eines Handys verzichten.

Natürlich kann es gute Gründe dafür geben, dem Nachwuchs schon vorher ein eigenes Handy anzuvertrauen – beispielsweise dann, wenn die Kinder bereits relativ früh alleine mit dem Bus in eine weit entfernte Grundschule fahren müssen. Auf diese Weise sind sie für ihre Eltern immer erreichbar und können in Sonderfällen – wie etwa ausgefallenen Stunden oder einem verpassten Schulbus – ihre Mutter oder ihren Vater anrufen, um eine Lösung für die Notfalllage auszutüfteln. Falls gute Gründe dafür sprechen, dem Grundschulkind ein eigenes Handy zu kaufen, sollten die Eltern zu einem günstigen Gerät (vielleicht ein Abgelegtes von Mutter oder Vater) mit einer Prepaid-Karte greifen, denn bei kleinen Kindern kann es durchaus vorkommen, dass diese ihr Handy verlieren oder fallen lassen! Auch ein Vertrag bietet sich noch nicht unbedingt an, denn der Reiz des Telefonierens kann eines Tages stärker sein als die eindringlichen Bitten der Eltern, das Handy nur im Notfall zu kurzen Gesprächen zu nutzen.

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